Smartphones und Tablets werden immer wichtiger in der Nutzung von digitalen Nachrichtenangeboten. Das weiß man seit einiger Zeit; konkret gemessen wird das in der Österreichischen Web Analyse (ÖWA) seit August 2012. Im Rahmen der Gesamtmessung erfasst werden die Daten seit 2013.

Allerdings nimmt erst ein kleiner Teil der in der ÖWA gelisteten Angebote an der mobilen Messung teil – und auch davon sind einige erst im Lauf des Jahres eingestiegen. Ein umfassendes zahlenmäßiges Bild über die mobile Nutzung gibt es vorerst noch nicht. Jedenfalls wird durch die mobile Messung die Beurteilung der österreichischen Digitalwelt noch ein gutes Stück komplexer als sie ohnehin schon ist.

Mobile Nutzung:
(Durchschnittswerte p.m. für das 4. Quartal 2013, Prozent = Anteil mobil an Gesamtnutzung)

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  • Heute und Kurier sind erst seit Dezember in der mobilen Messung. Die extrem niedrigen Mobilwerte des Kurier lassen sich von außen eigentlich nur so erklären, dass die notwendige ÖWA-Verpixelung entweder spät und / oder teilweise eingebaut wurde und die Werte erst mit Jänner langsam auf „Normalflughöhe“ kommen.
  • Die Styria Digital One (Presse, Kleine Zeitung, Wirtschaftsblatt) fasst ihre Mobilangebote so zusammen, dass man nicht mehr alle Daten für die einzelnen Teile herausrechnen kann.
  • oe24 hat in der ÖWA Basic offenbar eine Monatsmeldung nicht veröffentlicht (wieder einmal), trotzdem werden aber mobile Daten ausgewiesen. Ein Anteil von Mobil an Gesamt kann so aber nicht errechnet werden.

 

OEWA - Anteil mobiler Nutzung an Gesamtnutzung

 

Vorläufiges Fazit zur mobilen Nutzung:

  • Ein eingeführtes Online-Nachrichtenangebot mit einer einigermaßen vernünftigen mobilen Präsenz (mobile Website, Apps für iOS und Android) erreicht derzeit rund ein Viertel bis ein Drittel seiner Zugriffe über mobile Plattformen. Dieser Anteil wird weiter ansteigen.
  • Das spiegelt aber nicht die gesamte mobile Nutzung wider, denn: Zugriffe via Smartphone oder Tablet mittels Webbrowser auf die „normale“ Website werden in der ÖWA nicht als mobile Zugriffe erfasst. Das heißt: Tendenziell ist die mobile Nutzung noch höher als auf diese Weise ausgewiesen.
  • Der Anstieg der mobilen Nutzung sollte auch Auswirkungen auf redaktionelle Abläufe, Themensetzung, Aufbereitung oder Webesign haben, was derzeit noch eher wenig zu bemerken ist.
  • Die Angebote im „stationären“ Web erreichen langsam einen Nutzungsplafond. Nicht gleich offensichtlich aber beim Nachtüfteln in den Zahlen schon erkennbar finden hier für einige Dienste keine Zuwächse mehr statt, einzelne sind sogar mit leichten Rückgängen konfrontiert.  Das Wachstum der digitalen Nutzung findet vorwiegend mobil statt. Das aber nur solange, bis auch hier in den kommenden Jahren eine natürliche Sättigung eintritt (Durchdringungsgrad Smartphones und Tablets; zeitliche Begrenzung der User).
  • Diese Entwicklung hat zentrale Auswirkungen auf die Monetarisierung der Online-Angebote. Unmittelbar spürbar ist, dass mobile Angebote noch schlechter vermarktbar sind als Webangebote. Vereinfacht und plakativ gesagt: 30% mobile Nutzung, 3% mobile Erlöse.
  • Dass Plafonds in (Teilen) der Nutzung erreicht werden, ist ein neues Phänomen. In der Vergangenheit war man gewohnt, dass die Onlinezugriffe jedes Jahr ohnehin steigen. Künftig wird es stärker auf einen Verteilungskampf hinauslaufen. Wenn ein Dienst Zugewinne erzielen will, muss er das einem anderen Dienst abringen.
  • Und: Wenn die Kostenstruktur eines Onlinedienstes für die aufgrund der Zugriffe erzielbare Erlöskraft zu hoch ist, ist der „Peak-Pageview“ eine ziemlich schlechte Nachricht. Aber das ist ein anderes Thema, dem ich mich in einem weiteren Beitrag noch widmen werde.