Die Österreichische Auflagenkontrolle ÖAK hat die Daten für das Gesamtjahr 2013 veröffentlicht. Damit könnte man wieder einmal einen Blick auf längerfristige Trends machen – wäre da nicht neuerlich eine Methodenänderung, zu der die ÖAK anmerkt:

Auf Grund wesentlicher Veränderungen der Definitionen der Auflagenkategorien, bitten wir von Vergleichen mit Auflagenberichten, außer in der Kategorie Druckauflage, vor dem 1. Halbjahr 2013 abzusehen.

Unter anderem wurde die verbreitete Auflage wieder eingeführt, die man vor ein paar Jahren gestrichen hatte. Wofür solche Änderungen genau gut sind, erschließt sich dem Beobachter nicht so wirklich. Halten wir also fest: Wir vergleichen die Auflagen nicht miteinander, wir stellen sie lediglich als eine Reihe dar und weisen darauf hin, dass das Jahr 2013 anders gemessen wurde wie die Jahre davor. Aber für alle Zeitungen gleich anders.

 

 

Interessant dabei ist, dass die Qualitätszeitungen prozentuell gesehen in den vergangenen Jahren höhere Einbußen hinnehmen mussten als die anderen. Der Standard etwa hat seit seinem Höchstwert im Jahr 2008 rund 12 Prozent an verkaufter Auflage eingebüßt; die Presse – ihr All Time High erreichte sie im Jahr 2007 – rund 15 Prozent. Dieser Trend ist unabhängig von der Methodenänderung, weshalb ich in der folgenden Grafik auch die Spalte „2008 – 2013“ grau hinterlegt und einen Vergleich mit 2012 hinzugefügt habe:

 

 

Ganz interessant ist auch, wie sich die verkaufte Auflage konkret zusammensetzt – ob aus Abonnements, Einzelverkauf (EV) oder dem Großverkauf (GV) – und wie sich diese Zusammensetzung von Zeitung zu Zeitung unterscheidet:

 

 

Die wichtigste Kategorie, die Abonnements, kann man sich wiederum danach anschauen, wie groß die Erlöse sind, die daraus resultieren. Die ÖAK unterscheidet dabei drei Kategorien – je nachdem wieviel Prozent des regulären Abopreises dabei erzielt wird. Je mehr Abos in der Kategorie 80 bis 100% desto höher die Vertriebserlöse.

 

 

Am allerbesten für die Vertriebserlöse ist, wenn ein hoher Abo-Anteil vorhanden ist und davon wiederum ein hoher Anteil an Vollzahlern. Somit ist der Anteil der Vollabos (Kategorie 80 bis 100%) an der verkauften Auflage ein gutes Indiz dafür:

 

 

Trotz Methodenänderung ist jedenfalls eines gleich geblieben: Die ÖAK kennt nur Gewinner – zumindest wenn man sich die Berichterstattung in den Zeitungen dazu ansieht: